Bunt wirkt: Farbpsychologie für den Garten
Farben begleiten die Menschheitsgeschichte seit jeher und spielen in unserem Alltag eine entscheidende Rolle – bis hinein in den Garten. Durch eine gezielte Farbauswahl an Blüten lassen sich hier nicht nur optische Effekte erzielen, sondern auch die unterschiedlichsten Stimmungen erzeugen. GartenArt hat mit einem Farbpsychologen gesprochen und sich in der Welt der Farben im Garten etwas genauer umgeschaut.

Farben wirken im Unbewussten


Jede Farbe im Garten wirkt anders



Farbakzente im Garten als Stimmungsaufheller
Gerade im grauen Winter, wenn das satte Grün vieler Pflanzen sich in den Winterschlaf zurückzieht, die meisten Blumen verblüht und die Bäume ihr goldenes Herbstkleid abgeworfen haben, ist es also wichtig, Farbakzente zu setzen. „Gelbe Blüten vermitteln Lebensfreude und können als Stimmungsaufheller in der kalten Jahreszeit dienen. Dafür eignen sich besonders gelbe Mahonien (Mahonia aquifolim x media) wie die Sorte ‚Winter Sun‘ oder die Zaubernuss (Hamamelis). Auch gelbe Hartriegelsträucher oder die gelb-roten glänzenden Zweige der Silberweide ‚Yelverton‘ (Salix alba) bringen Farbe in den winterlichen Garten.

Raumwirkung von Farben im Garten
Abgesehen von der psychologischen Wirkung der Farben, können sie auch direkten Einfluss auf die Raumwirkung des Gartengrundstücks nehmen. Blau bringt Klarheit und Ruhe in den Garten und kann ihn in Kombination mit weißen Blüten größer wirken lassen. Zudem können weiße Blüten dunkle Ecken heller machen, den Garten optisch vergrößern und in den Abendstunden erleuchten. Dunkle Blütenfarben verkleinern den Garten. Auch bereits vorhandene Farben im Garten müssen in die Gestaltung mit einbezogen werden. Fassaden, Mauern, Möbel, Bodenbeläge und Pflanzgefäße bilden den farblichen Rahmen, in den die Blüten- und Blattfarben hineingearbeitet werden sollten.
So kann das Grün einer Hecke für die leuchtenden Blüten des Klatschmohns oder eine weiße Wand den Hintergrund für die violett-blauen Blüten des Silberstrauchs dienen. Komplementärfarben wie Rot und Grün, Blau und Orange oder Gelb und Violett bringen sich gegenseitig am besten zum Leuchten.
Individuelle Planung eines Farbkonzepts im Garten
Doch was gibt es bei der individuellen Farbgestaltung eines Gartens zu beachten? In erster Linie sollte die Farbgebung des Gartens der Persönlichkeit des Besitzers entsprechen. Darum ist einer der ersten Fragen die Gartenbesitzer sich stellen sollten, wenn es um die Pflanzarbeiten im Garten geht, welche Farben und Blumen sie am liebsten mögen. Neben den persönlichen Vorlieben des jeweiligen Gartenbesitzers ist die konsequente Umsetzung eines einheitlichen Farbkonzepts wichtig. Je mehr Farben in einem Garten eingesetzt werden, desto unruhiger wird das Gartenbild. Vielmehr sollten wenige Farben gezielt eingesetzt werden, sei es für Farbinseln entlang eines Weges oder flächendeckende Pflanzungen. Nur so können die gewünschten Effekte erzeugt werden. Hier gilt wie so oft: Weniger ist mehr. Damit das Farbkonzept eines Gartens aufgeht, spielt auch eine gute Planung eine entscheidende Rolle: Grundsätzlich sollte man den Standort – also Licht und Boden sowie die Blühfolge der einzelnen Pflanzen – berücksichtigen. Jede Blüte sollte für sich wirken und nicht in Konkurrenz zu einer anderen treten. Außerdem sollte zu jeder Zeit etwas blühen, sodass keine Löcher entstehen.
Keine Frage: Für die perfekte Farbgestaltung eines Gartens spielen die unterschiedlichsten Faktoren eine Rolle. Die unendliche Vielfalt an Variationsmöglichkeiten muss letztendlich mit den natürlichen Faktoren Standort, Bodenbeschaffenheit, Jahreszeitenwechsel und Blütezeitpunkt sowie mit den persönlichen Vorlieben des Gartenbesitzers zu einem individuellen Farbkonzept zusammenwachsen.