Pflanzen als natürliche Klimaanlage im Garten – Mikroklima verbessern und Garten kühlen
Sommer – das klingt nach Leichtigkeit und Lebensfreude. Endlich spielt sich das Leben wieder draußen ab und der Garten wird zum grünen Wohnzimmer. Pflanzen sorgen dort auch bei Hitze für ein prima Klima.
Man stelle sich vor: Es ist Sommer und keiner geht raus. So unrealistisch ist das nicht mehr. Auch in Mitteleuropa steigt die jährliche Anzahl hochsommerlicher Tage an, und viele Menschen bleiben lieber in klimatisierten Innenräumen, als vor die Tür zu gehen. Wer einen eigenen Garten hat, ist nur wenige Schritte von der Sommerfrische entfernt und kann viel dafür tun, dass dieser nicht nur cool aussieht, sondern sich auch so anfühlt. Der Schlüssel liegt in einem Pflanzkonzept, das das Mikroklima positiv beeinflusst und Hitze gezielt abmildert. Mit Pflanzen gegen die Hitze, das bringt doch nichts, oder? Doch! Denn hier geht es um das Mikroklima, also um die Verhältnisse, die unmittelbar im Garten herrschen, und lassen sich durchaus beeinflussen. Selbst wenn man damit nicht die ganze Welt kühlt – es lohnt sich, hier etwas für die unmittelbare Umgebung und das eigene Wohlbefinden zu tun. Dann wird der Garten zur Klimaanlage – ganz ohne Strom.


Weniger versiegelte Flächen, mehr Grün: Garten gegen Hitze schützen
Vor der Auswahl der pflanzen lohnt sich ein Blick auf den Garten. Wird es dort zu heiß, hat das oft eine ganz banale Ursache: Der Anteil versiegelter Flächen ist zu hoch: Wo statt Pflanzen Beton oder Steine das Bild prägen, heizt sich die Luft auf. Versiegelte Flächen speichern Wärme, heizen die Umgebung auf und verhindern den Luftaustausch. In sogenannten Schottergärten, also jenen Flächen, in denen komplett oder weitgehend auf Pflanzen verzichtet wird, herrschen im Sommer nahezu unerträglich hohe Temperaturen. Kaum jemand käme auf die Idee, hier einen Liegestuhl aufzustellen. Die Gärtner von Eden haben solche auch als Steinwüsten bekannten Flächen nicht im Programm. Lavagranulat, Kies oder Splitt werden bei ihnen für Wege oder Terrassen verwendet. Oder als Mulchschicht: Dann decken die Steinchen den Boden zwischen frisch gepflanzten Stauden und Gräsern ab, bis diese gut eingewachsen sind und eine geschlossene Pflanzendecke bilden.

Auf Stein im Garten verzichten die Gärtner von Eden also nicht. Es geht vor allem darum, zu entscheiden, wo das Material Sinn ergibt und wo nicht. Oft wird der Bedarf an befestigten Flächen überbewertet. Damit ist gemeint, dass Terrassen, Grillplätze und Zufahrten oft größer als nötig gebaut werden. Die Gärtner von Eden entwickeln den Garten gemeinsam mit den Kunden und klären auf, wie sich versiegelte Flächen auf das Klima im Garten auswirken. Je höher der bepflanzte Anteil des Gartens, desto besser stehen die Aussichten auf Sommerfrische. Das Wohlbefinden profitiert davon auch in anderer Hinsicht: Auf einer zu groß geratenen Terrasse käme man nicht nur ins Schwitzen, man würde sich auch ein wenig verloren fühlen. Für ein Gartenfest mit vielen Gästen kann auch eine unversiegelte Rasenfläche genutzt werden.



Die richtigen Pflanzen für ein kühles Garten-Mikroklima wählen
So viel Grün wie möglich – diese Formel ist so einfach wie wirkungsvoll. Bleibt die Frage, welche Pflanzen besonders gut kühlen. Die Bodenverhältnisse und die Lage des Gartens sind wichtige Faktoren für die Auswahl der Pflanzen. Die Maxime lautet: standortgerechte Pflanzen verwenden. Liegen die Pflanzflächen in voller Sonne, sind hitze- und trockenheitsverträgliche Stauden die erste Wahl. Sie bedecken den Boden und verhindern ein Aufheizen und Austrocknen – und leisten im Idealfall noch mehr. Berg- und Katzenminze, Duftnesseln, Perovskien oder Astern zum Beispiel, bieten Futter für Insekten. Kombiniert mit Gräsern wie Rutenhirse (Panicum) oder Reitgras (Calamagrostis) entstehen natürlich wirkende Bilder. Nach dem Einwachsen ist der Wasserbedarf solcher Präriebeete gering.
In den meisten Gärten wird es einen vielfältigen Mix aus kühleren und wärmeren Zonen geben. Diese Vielfalt verschiedener Standorte lässt sich nutzen: Dort wo sich die Wärme staut, zum Beispiel vor einer Mauer, könnten Feigen wachsen. Die lassen sich sogar am Spalier ziehen. Einmal eingewachsen, kommen sie meist mit den natürlichen Niederschlägen aus und liefern frische Früchte.





Schattenspender für den Garten: Bäume, Sträucher und Schattenpflanzen gegen Hitze
Ein Sommertag im Garten ohne ein schattiges Plätzchen als kühle Oase? Unvorstellbar! Die einfachste Möglichkeit, einen Garten zu kühlen, ist die Beschattung. Sonnenschutz gehört daher zur Basisausstattung jedes Gartens: Schirm, Segel oder Markise – die Möglichkeiten sind vielfältig. Allerdings: Unter dem Stoff staut sich die Wärme. Was im Frühling angenehm sein kann, ist im Hochsommer unerwünscht. Dann ist der Schatten einer Baumkrone deutlich angenehmer, und heiße Luft kann nach oben abziehen. Besonders gut funktioniert das bei Arten mit einem lockeren Kronenaufbau, wie der Gleditschie (Gleditsia triacanthos). Da sie zudem gut mit Hitze und Trockenheit zurechtkommt, dürfte die auch Lederhülsenbaum genannte Art in Zukunft häufiger gepflanzt werden.
Gute Erfahrungen als Hausbaum und Schattenspender haben die Gärtner von Eden auch mit Apfeldorn, Zierkirschen und Obstbäumen gemacht. Genauso wie mit Großsträuchern. Mehrstämmig gezogene Arten wie Blumenhartriegel oder Felsenbirne beschatten und sind gleichzeitig durch ihre Wuchsform ein Blickfang im Garten. Wo immer möglich, versuchen die Gärtner von Eden, alte Bäume in Gärten zu erhalten. Bis ein neu gepflanztes Gehölz zum Schattenspender mit Kühlwirkung herangewachsen ist, dauert es schließlich Jahre. Auch aus diesem Grund sind Kletterpflanzen als Schattenspender gute Joker. Sie erobern Pergolen und Rankgerüste und werden auch für die Beschattung und damit Kühlung von Fassaden immer wichtiger.
Gerade in engen innerstädtischen Bereichen bieten Kletterpflanzen oft die einzige Möglichkeit für kühlendes Grün. In halbsonnigen Lagen eignet sich die Kletterhortensie und der Indische Jasmin. Der ist nur in geschützten Bereichen milder Lagen winterhart. Dort lohnt er sich aber: Die Kombination aus immergrünen Blättern, langer Blüte und starkem Duft fasziniert einfach.
Dachbegrünung für ein besseres Mikroklima: Dächer und Gebäude natürlich kühlen
Dass Pflanzen das Mikroklima positiv beeinflussen, ist längst erwiesen. Wie die Begrünung von Fassaden wird auch die von Dächern von vielen Kommunen gefördert. Der sofort spürbare Effekt bleibt vermutlich auf das direkte Umfeld der Dachbegrünung begrenzt. Aber jeder begrünte Bereich trägt zur Kühlung einer Bebauung bei. Denn auch darum geht es: Pflanzen können auch Gebäude kühlen. Eine Dachbegrünung wirkt außerdem isolierend. Das ist sowohl im Sommer als auch im Winter erwünscht. Je nach möglicher Dachlast halten begrünte Dächer auch einen Teil des Regenwassers auf dem Dach zurück. Neben sogenannten extensiven Begrünungen, die weitgehend pflegefrei und meist mit der Gattung Sedum bepflanzt sind, können entsprechend tragfähige Dächer auch anders begrünt werden. Wenn eine intensive Dachbegrünung möglich ist, ist der kühlende Effekt natürlich noch höher. Solche Flächen werden ähnlich wie ein Garten bepflanzt und genutzt. Gehölze prägen hier ebenso das Bild, wie Stauden- und Gräser. Sie brauchen Pflege, können dafür aber auch wie ein Garten genutzt werden und bieten zusätzlichen Freiraum.
Die Möglichkeiten, Pflanzen als Klimaanlage für den Garten und das direkte Umfeld zu nutzen, sind also vielfältig. Sie tun Mensch und Umwelt gut und sehen bei richtiger Planung auch noch gut aus und machen Freude. Was in welchem Garten Sinn ergibt, entscheiden die Profis vor Ort.