Richtig gießen:
nachhaltiger Umgang mit Wasser im Garten
Wasser ist ein wertvolles Gut. Auch Gartenbesitzer sollten auf einen verantwortungsvollen Umgang mit dem kühlen Nass setzen. Wie man die Ressource Wasser und auch noch Zeit spart, und dennoch einen schönen, vitalen Garten bekommt, haben wir hier zusammengestellt.
Gießen will gelernt sein. Eine falsche Bewässerung schadet den Pflanzen, verschwendet Wasser und macht auch noch unnötige Arbeit. Ganz gleich ob automatisiert oder per Kanne oder Schlauch, beim Gießen sollte man auf gewisse Dinge achten: Viele Gartenbesitzer gießen zwar oft, aber einfach zu kurz. Dadurch wird nur die oberste Erdschicht feucht, das Gießwasser verdunstet schnell und erreicht die Wurzeln der Pflanzen nicht. Diese bilden dann flache, oberflächennahe Wurzeln aus, die wiederum schneller austrocknen. Stattdessen raten Experten: Lieber seltener, dafür aber intensiv wässern.

Weniger Wasserverbrauch durch standortgerechte Pflanzenauswahl
Überhaupt sollte sich, wer einen Garten hat, in Zeiten zunehmenden Wassermangels sorgfältig Gedanken machen, wie sein Garten möglichst wenig der wertvollen Ressource benötigt, aber gleichzeitig dem Lebewesen Pflanze möglichst optimale Bedingungen bietet. Standortgerechte Pflanzungen stellen die Weichen für den Wasserbedarf eines Gartens und sind ein wichtiger Schritt zu einem bewussten Umgang mit Wasser. Für eine solche Pflanzung braucht es allerdings einiges an Pflanzenwissen.
Auch die Bodenbeschaffenheit und die Lichtverhältnisse vor Ort gilt es bei der Pflanzenauswahl zu berücksichtigen. Standortgerechtes Pflanzen und dazu die bewusste Auswahl von Pflanzen, die mit wenig Wasser auskommen, reduzieren den Wasserbedarf und damit den Gießaufwand deutlich. So können Beete entstehen, die optimal gedeihen, ästhetisch überzeugen und dabei kaum Pflege benötigen.





Wann sind automatische Bewässerungssysteme für den Garten sinnvoll?
Auch standortgerechte Pflanzungen oder solche mit wenig Wasserbedarf müssen gegossen werden. Wer das nicht händisch erledigen möchte, setzt auf eine automatische Bewässerung, und ist die fachkundig ausgesteuert, ist auch sie in der Regel ein weiterer Baustein zum Wassersparen. Über Feuchtigkeitssensoren gesteuert, gießt sie nur dann, wenn es wirklich notwendig ist. Ihre Wasserabgabe lässt sich genau auf Standortbedingungen, Witterung und Wasserbedarf der Pflanzen abstimmen. Eine solche Anlage tut auch den Pflanzen gut: Weil Tropfschläuche das Wasser direkt an der Pflanze und in Form kleinster Tropfen abgeben, kann es unmittelbar Richtung Wurzel versickern und steht ihnen schnell zur Verfügung. Nebenbei erschwert man mit der gezielten Wassergabe einer automatischen Bewässerung auch noch das Gedeihen unerwünschter Beikräuter, denn die bekommen so deutlich weniger Gießwasser ab, als wenn großflächig mit Kanne oder Schlauch bewässert würde.
Am einfachsten zu installieren ist eine automatische Bewässerungsanlage natürlich, wenn der Garten neu gestaltet wird. Feuchtigkeitsfühler, Versenkregner für den Rasen und Tropfschläuche für Beete und Pflanzgefäße lassen sich aber in der Regel auch gut nachträglich in einen Garten integrieren. Für die Steuerung der Anlagen reicht häufig eine App, die Installation und Aussteuerung sowie die regelmäßige Wartung sollte unbedingt ein Fachbetrieb übernehmen, um sicherzustellen, dass die Anlage dauerhaft optimal arbeitet. Der kann auch dabei unterstützen, die Steuerung einer automatischen Bewässerungsanlage in ein bereits vorhandenes Smart-Home-System zu integrieren.
Wann am besten gießen, um Wasser zu sparen?
Eine weitere Stellschraube für die Reduzierung des Wasserbedarfs ist der Gießzeitpunkt. Die Profi-Empfehlung: Im Sommer in den frühen Morgenstunden wässern, am besten zwischen vier und fünf Uhr. Dann ist der Boden am kühlsten und kann das Gießwasser gut aufnehmen. So können auch Bewässerungsanlagen eingestellt werden. Wer nicht automatisiert gießt und nicht zu den frühen Vögeln zählt, kann das Gießen auch in die Zeit nach Sonnenuntergang verlegen. Dann ist der Boden allerdings noch vom Tage aufgeheizt.

Den Gartenboden möglichst wenig versiegeln
Neben der Pflanzenauswahl und der Art der Bewässerung kann auch die sonstige Gestaltung des Gartens einen Beitrag zum intelligenten Wassermanagement leisten. Je weniger Flächen versiegelt sind, desto mehr Wasser kann im Boden versickern und die Erde durchfeuchten. Eine unterirdische Zisterne zum Sammeln von Regenwasser spart Grundwasser und schont den Geldbeutel.
Das Thema Wasserverbrauch im Garten hat also viele Facetten, und es gibt zahlreiche Stellschrauben, an denen Gartenbesitzer drehen können, um hier so ressourcenschonend wie möglich zu agieren.